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Wir suchen unsere Wimpel!

Plakat Wimpel gestohlen Ausschnitt

Nach der bunten und erfolgreichen „Umarmung“ des Aachener Domes mit 400 selbstgestalteten Wimpeln und 120 Trägerinnen und Trägern am vergangenen Donnerstag sollten die auf Stoff gebrachten Forderungen nach einer geschlechtergerechten Kirche noch einige Tage sichtbar am Münsterplatz hängen. Mit Zustimmung des Dompropstes Rolf-Peter Cremer brachten die Initiatorinnen der Wimpelkette, Aachener kfd (Katholische Frauengemeinschaft Deutschland) und Frauenseelsorge des Bistums, alle 400 Wimpel sturmsicher am Zaun des Domes an. In der Nacht zum Montag wurden sie jedoch ohne Zustimmung der kfd und des Dompropstes rückstandslos entfernt. In der gleichen Nacht verschwand auch eine ähnliche Wimpelkette aus einer Krefelder Kirche.

Die Aachener kfd sieht von einer Anzeige gegen Unbekannt vorerst ab. Vielmehr macht sie auf ihre immer bestandene Bereitschaft zur Diskussion mit demokratischen Mitteln aufmerksam. „Unsere Positionen hätten ja um andere ergänzt werden können. Das hätte zu einer Auseinandersetzung eingeladen. Die Wimpel einfach zu entfernen, untergräbt jedoch die Meinungsfreiheit. Diese Aktion war weder demokratisch, noch mutig“, macht Marie-Theres Jung, Diözesanvorsitzende der kfd Aachen, deutlich. „Man kann ja zum Thema ‚Frauen und Ämter in der katholischen Kirche‘ eine andere Haltung haben. Aber wer die Wimpel abreißt, will die vielen Stimmen von engagierten Christinnen und Christen zum Schweigen bringen. Und dabei nicht einmal öffentlich Gesicht zeigen. Da ist eine Linie überschritten“, stimmt dem auch Dr. Annette Jantzen, Frauenseelsorgerin Region Aachen, zu.

Auch Dompropst Cremer äußert sich auf Nachfrage: „Ich ärgere mich mit den Verantwortlichen der Aktion über das Abhängen, weil dies kein Stil einer demokratischen Auseinandersetzung ist. Aber wahrscheinlich war das auch jemand, der diese für die Kirche nicht als notwendig ansieht."

Eine Gelegenheit zum konstruktiven Austausch von möglicherweise konträren Positionen wäre die Rückgabe der Wimpel. „Wir möchten sie zurück haben. Sie bilden die Meinung von vielen einzelnen ab, die sich unseren Forderungen anschließen“, fordert Jung den oder die Täter auf, Farbe zu bekennen. Letztlich sei die „Umarmung“ des Domes ein deutliches Zeichen gewesen, wie sehr den unterstützenden Katholikinnen und Katholiken ihre Kirche noch am Herzen liege. „Ohne das Thema ‚Frauen und Kirche‘ zu besprechen, ohne die Geschlechtergerechtigkeit anzugehen, kann die katholische Kirche aber dauerhaft nicht mehr gedacht werden.“

Die Frauen der kfd lassen sich deshalb nicht entmutigen. In den nächsten Tagen sollen großformatige Fotos von der Wimpelaktion am Domgitter Platz finden und auf diese Weise für alle Ämter und Dienste für Frauen in der katholischen Kirche werben.

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