kfd-aachen-Monika-E-Elke_0004.gif

Facebook

400 Frauen und Männer bei der Menschenkette um den Aachener Dom

Menschenkette 006Folgeaktion zu „Maria 2.0“ der kfd Aachen fordert eindrucksvoll die geschlechtergerechte Kirche

In einem weiten Kreis umschlossen gestern 400 Frauen und Männer – so die polizeiliche Einschätzung – aus dem ganzen Bistum Aachen den Aachener Dom. Sie forderten mit der Menschenkette eine geschlechtergerechte Kirche. Die Aktion war kurzfristig von der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) Aachen sowie der Initiative „Maria 2.0“ Düren organisiert worden.

„Viele hatten uns aufgefordert, nach dem Kirchenstreik von ‚Maria 2.0‘ dran zu bleiben“, erklärte Marie-Theres Jung, kfd-Vorsitzende im Diözesanverband Aachen. Irene Mörsch von der Initiative Maria 2.0 Düren bestätigte: „Viele Frauen forderten, dass wir uns nicht mundtot machen lassen sollten – für unsere Enkelkinder.“

Ausgehend vom Sitz des Bischofs zogen die in Kirche Engagierten mit Plakaten, Bannern und roten Schals singend um die Marienkirche, um den Kettenschluss zu vollziehen. Zuvor hatten verschiedene Unterstützerinnen und Unterstützer aus Haupt- und Ehrenamt die Forderung der kfd – Zugang für Frauen zu allen Ämtern, einschließlich des Weiheamtes als Diakonin und Priesterin – untermauert:

Annette Jantzen, geistliche Verbandsleitung des Bunds der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) Aachen und Frauenseelsorgerin der Regionen Aachen-Stadt und -Land, fragte in sieben provokativen Fragen zum Beispiel: „Wenn wir nur weißhäutige Menschen zum Weiheamt zuließen, dunkelhäutige aber ausschlössen, wären wir Rassisten. Wenn wir nur Männer zulassen, sind wir dann katholisch?“

Regionalvikar Frank Hendriks berichtete von einer breiten Zustimmung der Forderungen der Initiative Maria 2.0 durch das Kirchenvolk. In einer Umfrage in der Gemeinschaft der Gemeinden St. Gregor fanden sie zum Teil über 90 Prozent Zustimmung. „Es war ein Votum für mutige Schritte hin zu einer geschlechtergerechten Kirche“, stellte Hendriks fest.

Maria Pirch, seit 34 Jahren als Gemeindereferentin im Bistum Aachen tätig, klagte: „In den 1980er Jahren war die Luft besser für uns Frauen! Warum verzichten wir auf die Hälfte der Charismen? Dafür ist Jesu Botschaft zu wichtig!“

Karl Weber vom Diözesanratsvorstand wählte ebenfalls deutliche Worte: „Wir halten die Realitätsverweigerung unserer Kirchenleitung nicht mehr aus! Aber wir sind zäh, lieber Bischof. Wir brauchen eine geschlechtergerechte, demokratische und weltoffene Kirche!“

Andreas Münstermann, ehrenamtlicher Diözesanleiter der Katholischen Jungen Gemeinde (KJG), richtete sich ebenfalls direkt an Bischof Helmut Dieser: „Nehmen Sie uns ernst!“ Dieser hatte sich zuvor in Einzelgesprächen mit Protestierenden der Kritik gestellt, nahm aber nicht offiziell Stellung.

kfd und Maria 2.0 Düren versprachen den Demonstrant*innen, dass der Protest nach den Sommerferien weitergehen wird. In der kfd-Aktionswoche vom 23. bis 29. September wird es bundesweit Aktionen für eine geschlechtergerechte Kirche geben. Damit wollen sie auch dem im Juni auf kfd-Bundesebene einstimmig verabschiedeten Positionspapier „gleich und berechtigt“ Nachdruck verleihen. „Es ist weder nachvollziehbar noch akzeptabel, dass Frauen bestimmte Leistungspositionen, Dienste und Ämter innerhalb der Kirche aufgrund ihres Geschlechtes verwehrt werden“, heißt es da. Grundgesetz, UN-Menschenrechtscharta und auch das katholische Kirchenrecht stellten fest, dass es keine männlichen Vorrechte gebe.

 

Auf der Facebook-Seite der kfd finden Sie ein Fotoalbum mit Eindrücken der Aktion.

Die Pressemeldung zum Download.

© kfd Deutschland 2019 Erstellt mit dem KFD-Baukasten unter Joomla! Ein Service der VANAMELAND